Vom Blutmai zum Ballhaus. Mit Arne Krasting durch den Wedding der 1920er Jahre
Roter Wedding, grüßt euch Genossen“ – so beginnt das von Hanns Eisler vertonte kommunistische Kampflied, das im Umfeld des sogenannten Blutmai vom 1. Mai 1929 entstand. Kaum ein Berliner Stadtteil war in den Jahren der Weimarer Republik so geprägt von politischen Konflikten, sozialem Wandel und dem Alltag der Arbeiterschaft wie der Wedding.
Auf unserem Spaziergang begeben wir uns in die Welt der 1920er Jahre. Wir folgen den Spuren des Blutmai, erinnern an die politischen Kämpfe jener Zeit und werfen zugleich einen Blick auf das Leben der Menschen zwischen Mietskaserne, Fabrik, Vergnügen und Aufbruch.
Der Wedding besitzt bis heute eine erstaunliche Zahl von Zeugnissen dieser Epoche: Ein Straßenbahnbetriebshof, ein Umspannwerk, eine Brauerei und sogar eine ehemalige Tresorfabrik erzählen von der Dynamik einer modernen Großstadt. Welche Geschichten sich hinter den Fassaden verbergen, erläutert Historiker Arne Krasting.
Daneben begegnen uns architektonische Schätze aus verschiedenen Epochen: die Überreste des einst beliebten Marienbads, das monumentale Gerichtsgebäude am Brunnenplatz und eindrucksvolle Jugendstilbauten in der Badstraße. Selbst die Macher von Babylon Berlin wurden hier fündig und nutzten den Wedding als Kulisse für das jüdisch geprägte Scheunenviertel der 1920er Jahre.
Zum Abschluss erwartet uns ein besonderer Ort: Versteckt in einer unscheinbaren Seitenstraße liegt ein historisches Ballhaus, das von außen kaum erahnen lässt, welche Geschichten sich hinter seinen Mauern verbergen. Bei einem Glas Sekt lassen wir die Tour ausklingen und erfahren mehr über die wechselvolle Geschichte dieses Hauses, das erst vor wenigen Jahren aus seinem Dornröschenschlaf wachgeküsst wurde.

