Romanisches Café am Mittelmeer. Wie Sanary-sur-Mer 1933 zum Exil-Ort wurde
Sanary war ein sehr umfangreiches Romanisches Café, mit Marmor-Tischen und Badehosen … So beschreibt der Exilant Ludwig Marcuse in seinen Memoiren das Leben im südfranzösischen Fischerdorf Sanary-sur-Mer, das ab 1933 aufgrund der Passagen berühmter und weniger berühmter Schriftsteller und Künstler, die aus Nazideutschland fliehen mussten, zeitweise zur Hauptstadt der deutschen Literatur wurde.
Sabine Günther erzählt in ihrem Bildvortrag, wie etwa Thomas Mann und seine Familie, Lion und Martha Feuchtwanger, Alma Mahler-Werfel und Franz Werfel, Ludwig Marcuse, Hermann Kesten, Franz und Helen Hessel, Erich Klossowski und Hilde Stieler, Ernst Toller, Sybille Bedford, Eva Herrmann, Anton Räderscheidt und Friedrich Wolf ihre Vertreibung ins Paradies erlebten.
Die Feature-Autorin Sabine Günther lebte 25 Jahre lang in Südfrankreich, wo sie unter anderem Literaturrundgänge in Sanary-sur-Mer durchführte. Sie stellt in dieser Matinee auch ihr Buch „Herzasthma des Exils. Eine literarische Spurensuche in Marseille“ vor. Ausstellungskurator Arne Krasting moderiert die Veranstaltung.

