Paris – das war das Ziel vieler Stammgäste des Romanischen Cafés ab 1933. Heinrich und Klaus Mann, Joseph Roth, Alfred Döblin, Walter Benjamin, Hannah Arendt und zahlreiche andere zog es schon bald nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten in die vermeintlich sichere Kulturhauptstadt Europas. Wie gestaltete sich das Leben im Exil? Wo leben und überleben, wo treffen sich die Exilantinnen und Exilanten? Gab es einen Ersatz für das Romanische Café? Was prägte das Alltagsleben? Und wie verlief der Austausch mit der französischen Kulturszene?
Arne Krasting hat gemeinsam mit Studierenden der Sorbonne Nouvelle einen Rundgang auf den Spuren der Exilantinnen und Exilanten entwickelt und wird nun die Ergebnisse mit Bildern und Texten präsentieren. Dabei führt der Weg unter anderem von einem Bahnhof, der für viele das Ankommen in Paris symbolisierte, über ein Café, das zum Treffpunkt verschiedener Berliner Stammgäste wurde, bis zu einem Luxushotel, in dem sich beinahe eine Exilregierung gebildet hätte. Weitere Stationen sind ein Buchladen, der eine deutsche Fotografin weltbekannt machte, eine Künstlerkolonie, in der gerettete Bücher eine vorübergehende Bleibe fanden, sowie ein Ort, der für die Repression durch die französischen Behörden steht.
Lassen Sie uns bei einem Glas Rosé an die Stammgäste des „Romanischen“ erinnern und gemeinsam durch das Paris der 1930er Jahre flanieren.

